2.557 Zeichen zum Thema Daten

christoph.zenk
03.11.16 | Christoph Zenk

Gleich vorab: ich bin ein Fan von Daten. Ich liebe Statistiken und sitze gerne vor einem Screen der Conversions, Bounces, Keywords oder ähnliches darstellt. Vor allem macht es mir Spaß, diese Daten zu interpretieren, abzuleiten, warum sie entstanden sind und sie manchmal auch sinnvoll zu nutzen.

Die Frage die sich sehr schnell stellt ist immer: welche Daten will ich erheben, welche Daten darf ich erheben und welche davon haben für mich überhaupt Relevanz? Alle Welt spricht von Big Data. Vom Daten sammeln, Profil erstellen und automatisierten Ableitungen daraus. Ich glaube grundsätzlich an das Prinzip „Garbage in, Garbage out“. Das bedeutet einfach nur: sammle ich einfach willkürlich alle Daten, die ich bekommen kann, dann hilft mir der großartigste Quantencomputer kaum mehr etwas.

Aber warum werden überhaupt Daten gesammelt? Nachdem fast jeglicher Content im Netz frei verfügbar ist, dieser nach wie vor nicht automatisch generiert wird und hinter großen Sites ein Heer an Redakteuren sitzt – die auch gerne etwas für ihre Leistungen bezahlt bekommen würden – geht es darum, diese Leistungen zu entgelten. Und da sind wir beim Thema Werbung oder anderen Möglichkeiten der Monetarisierung angekommen.

crossconnect Data

Ich persönlich gehe täglich diesen Tauschhandel ein und weiß (größtenteils) auch, dass der Versuch, nicht zum gläsernen Menschen zu werden, eigentlich eine Illusion ist. Vielleicht schafft man es ein milchgläserner Mensch zu werden – wenn man tatsächlich die Zeit dazu aufwendet.

Gleichzeitig glaube ich – bei aller Liebe zum Thema Big Data – dass in vielen Bereichen ein Umstand vergessen wird: nämlich, dass Daten zum Zeitpunkt ihrer Erhebung am relevantesten Sinn. Danach verlieren sie ihren Wert. Zu speichern, dass ich ein Hotel in Italien für einen Kurztrip am Wochenende suche, macht nur bis zu dem Zeitpunkt Sinn, an dem der Trip stattfindet. Danach relativiert sich ihr Wert. Also was ist mein aktuelles Fazit (denn auch für meine Meinung gilt dasselbe wie für Daten. Ich stehe in dem Moment zu ihr – eventuell ändert sie sich über die Zeit)?

Überlegen wir uns doch einmal, wie unser zukünftiger Deal im Netz aussehen kann. Wie kann eine Brücke zwischen dem Datensammeln und dem Daten vergessen geschlagen werden. Vielleicht profitieren ja sogar beide Seiten davon.

PS: Ich bitte darum mir, die Blauäugigkeit zu verzeihen. Gleichzeitig muss ich festhalten, dass ich zu diesem Thema wahrscheinlich verschiedenste Meinungen habe. Je nachdem welchen Hut ich gerade auf habe. Als Werber, Entrepreneur oder – ganz wichtig – digitales Individuum.