brändstifter Part I:

Wie es dazu kam

nadja.spiegel
06.06.17 | Nadja Spiegel

Wir lieben Startups, ihren Spirit, ihr Herzblut, ihre Kreativität und ihre Ideen. Und wir lieben es deshalb ganz besonders, wie die österreichische Startupszene boomt.

Dass Startups aber genauso schnell und oft scheitern, wie sie gegründet werden, ist scheinbar keine Seltenheit. Eine eigene Statistik, wie viele Startups insolvent werden oder sich auflösen, gibt es hierzu aber leider nicht. Laut der Jungen Wirtschaft überstehen 2 von 5 die ersten 7 Jahre nicht, laut dem ORF scheitert jedes dritte Startup.* Zur Schwierigkeit von klaren Zahlen und Statistiken trägt bei, dass zwischen Startup und Unternehmensgründung der Definition nach unterschieden werden muss und die Gründe für die Nichtfortführung nicht immer Insolvenz bedeutet, sondern Umgründung, Verkauf, Vererbung etc.

Fest steht aber: Auch wenn die Startupszene in Österreich zu boomen scheint, macht sie mit 1,5 bis drei Prozent nach wie vor einen geringen Anteil der Unternehmensneugründungen aus. In absoluten Zahlen sind das 500 bis 1.000 bei rund 29.000 gegründeten Unternehmen 2016.**

Bei der Zusammenarbeit mit verschiedenen Startups ist uns zudem wiederholt aufgefallen, dass am Anfang eines Startups das Auftreten und die Kommunikation nach außen verständlicherweise meistens zurückstecken müssen. Nicht nur einmal haben wir überraschte Ausrufe gehört: „Was, so teuer ist ein Corporate Design? Das können wir uns momentan noch nicht leisten.“ oder das nüchterne Urteil: „Uns gibt es schon ein paar Jahre. Anfangs hatten wir einfach kein Budget für sowas, ein gescheites Corporate Design war aber längst überfällig.“

Success Startup

© @entrepreneur_memes

Soweit der Status Quo: Startups werden gegründet, Startups scheitern und die Präsentation wird und muss anfangs oft außen vorgelassen werden. Diese Ausgangssituation zusammengenommen, brütete sich im Hause crossconnect Ende letzten Jahres langsam, aber sicher eine Idee im Kopf unserer Agenturleiterin Laura zusammen: Wie könnten wir als Startup affine Digitalagentur coolen, innovativen, kreativen – halt leiwanden – österreichischen Startups mit unserem Leistungsspektrum unter die Arme greifen und ihnen den oftmals holprigen und steinigen Anfangsweg etwas erleichtern? Mh... Wie wäre es mit einem kleinen, feinen Wettbewerb?

Die Grundidee war geboren, das crossconnect Büro voller Tatendrang und Euphorie. Ein Wettbewerb für österreichische Startups sollte es also werden. Der Gewinn? Ganz klar, das crossconnectsche Gesamtpaket: Ein Corporate Design- und Kommunikationspaket im Wert von 5.000,- Euro. Der Ablauf? Die Bewerbung muss unkompliziert sein, für Startups keinen zusätzlichen Stressfaktor oder großen Aufwand bedeuten. Ein kleiner Fragebogen und eine kurze, knackige 160-Zeichen-Beschreibung, wieso genau sie den Gewinn verdient haben – mehr wollten wir als Bewerbungshürde nicht einbauen. Um die Leidenschaft und den Ehrgeiz der Startups dann doch noch ein bisschen zu pushen und das Voting so transparent wie nur überhaupt möglich zu gestalten, entschieden wir uns dafür, aus den besten 10 Einreichungen eine Galerie auf dem crossconnect Facebook-Channel zu erstellen und den Post mit den meisten Likes der Community gewinnen zu lassen.

Letztlich entschieden wir uns nach kurzer Überlegung noch dafür, den Wettbewerb nicht nur für Startups sondern allgemein Jungunternehmen aus Österreich zu öffnen. Denn auch wenn Startup als Begriff heute in aller Munde ist und ein regelrechter Hype darum ausgebrochen ist, ist nicht jede Gründung gleich ein Startup und auch der Definition nach Nicht-Startups natürlich auch regelrechte Hypes wert. Kurz zur Definition: Ein Startup ist ein Unternehmen, dass jünger als 10 Jahre alt ist, ein signifikantes Umsatz- und/oder Beschäftigungswachstum anstrebt oder aufweist und eine (technologische) Innovation eingeführt hat oder mit einem innovativen Geschäftsmodell operiert.

Fehlte nur noch... ein Name! Was haben wir die Köpfe rauchen lassen, gebrainstormt und die Entscheidung „für einen klaren Kopf“ auf die nächste(n) Woche(n) verschoben. Nur um uns letztlich innerhalb weniger Sekunden für den idealen Geistesblitz eines Crossconnectlers zu entscheiden: brändstifter.

Gewinn stand, Ablauf stand, Name stand: Soweit so gut. Beginn des Wettbewerbs wurde festgelegt und wir konnten die Vorfreude, unseren brändstifter bald an die Öffentlichkeit und die österreichische Startuplandschaft zu tragen, kaum erwarten.

brändstifter Titelbild

Wie der brändstifter-Wettbewerb dann tatsächlich ablief und welche großartigen und facettenreichen Startups sich bewarben, erzählen wir euch ganz bald in Part II der brändstifter-Blogserie.