Der Plan!

florian.hulan
05.06.18 | Florian Hulan

Rechtzeitig vor dem Start des weltweit größten Sportereignisses und pünktlich zum Besuch des Hauptchefs des Austragungslandes in Wien, gibt es heute ein Geschenk für euch liebe LeserInnen und Leser! Unseren wunderbaren WM-18-Turnierplan (Download A3, Download A4). Einfach ausdrucken, an die Wand picken und anschliessend hier weiterlesen. Denn mit dem folgenden Text möchte ich meinen Designschweinehund zähmen und mittels eher banalen Erkenntnissen meine Arbeitsroutine updaten.


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Dokumentation von Entwurfsprozessen

In meinen kreativen Phasen verzichte ich häufig auf eine strukturierte Dokumentation um den freien Ideen-Flow nicht zu behindern und mich nicht zu schnell in Details zu verlieren. Dadurch erhalte ich eine Unmenge von Seiten voll mit Skizzen und stichwortartigen Notizen. Dieses Material verwende ich jedoch kaum. Bei der Vorbereitung auf die Präsentation beim Kunden formuliere ich dann vieles neu. Durch die Verschriftlichung entstehen zwar oft neue Perspektiven die beim Vermitteln der Ideen helfen, es kann aber auch vorkommen, dass gerade hier ganz Neues entsteht und die Umsetzung durch den Zeitmangel nicht mehr möglich ist. Das mach mich nicht besonders froh!

Zu Beginn der Entwurfsphase gehe ich erst mal in die Breite und versuche in möglichst viele Richtungen zu denken. Dann treffe ich Entscheidungen. Diese sind intuitiv, geschmäcklerisch aber sie haben fast immer eine gute Begründung – genau hier ist der beste Zeitpunkt die Dokumentation zu beginnen.


Wozu dokumentieren

Ich habe das Dokumentieren beim Entwurf bisher als lästige, administrative Aufgabe gesehen, das ist es aber nicht. Das Schreiben ist eine Möglichkeit Reize für die eigene Kreativität zu setzen, vergleichbar mit dem Wechsel von Bleistift auf Schere und Farbpapier, Knetmasse oder Acrylfarben.

Der angenehme Nebeneffekt ist es, ein ausformuliertes Konzept vorliegen zu haben mit dem die Kommunikation im Team und gegenüber der Auftraggeber/innen wesentlich effizienter wird.


Entwurfsprozesse

Vier Grundtypen lassen sich unterscheiden: eine lineare Abfolge von Schritten, ein Rückkopplungsprozess, ein zirkulärer Prozess oder ein verästelnder Prozess.

Ich arbeite fast ausschliesslich mit dem Typ Rückkopplungsprozess. In der kreativen Phase passiert das Entwerfen und Verwerfen sehr schnell (Prototyping im Skizzenbuch). Durch das Feedback von Seiten des Projektteams und Kunden werden dann aber häufig einige Runden gedreht. Ein kräftiges Konzept soll mir in Zukunft helfen, die Entwürfe überzeugend zu präsentieren und damit viel effizienter zu sein.


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Beispielprojekt Turnierplan

Grundidee: Ein Turnierplan für die WM 2018 als nettes Give-Away

Einige Dinge konnte ich schon vor dem Entwurfsprozess feststellen:
  • Farbe & Format ist durch Desktop-Drucker eingeschränkt – muss auch als A4/SW funktionieren.
  • Der Plan muss händisch ausfüllbar sein daher müssen die Tabellen groß genug sein.

Andere wurden während des Prozesses klar:

  • Die Idee, nur eine Schlusstabelle zu benutzen um das Torverhältnis einfach ausrechnen zu können, habe ich verworfen. Der besondere Reiz in der Gruppenphase besteht ja aus dem Zwischenstand nach einem Spieltag und den folgenden Kalkulationen (wie hoch muss mein Team gewinnen um die KO Phase zu erreichen).
  • Die Spiele sollen chronologisch gereiht sein um den Turnierfortschritt sichtbar zu machen.
  • Der Turnierweg der einzelnen Teams soll klar erkennbar sein (wer könnte auf wen treffen).
  • Zu Beginn habe ich einen 2-stelligen Ländercode benutzt um Platz zu sparen, der dreistellige Code ist jedoch viel besser verständlich und Standard bei Sportveranstaltungen.
  • Mein super Extra: grob geschätzter Gesamtwert des Kaders laut Transfermarkt. Damit wird das Potential der teilnehmenden Teams veranschaulicht.
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