Die spannende Welt des Logodesigns

benjamin.fillei
11.04.17 | Benjamin Fillei

Die spannende Welt des Logodesigns

Um dem eigenen Unternehmen ein Gesicht zu geben, ist ein gutes Logo essenziell. Obwohl die Form eines Logos oft eher einfach gehalten ist, und das sollte sie auch sein, fließen oft zahlreiche Stunden in dessen Entwicklung. Die Grundlagen sind zwar schnell zu lernen, aber alle Aspekte des Logodesigns zu meistern, braucht viel Zeit.

An dieser Stelle hole man Snacks und heiße Schokolade, denn ich möchte einen kurzen Einblick in die spannende Welt des Logodesigns geben.


Die erste Aufgabe: Unmissverständlichkeit

Der unmissverständliche Transport der Marke ist die erste Aufgabe eines Logos. Daher muss man, besonders wenn man gerade erst damit begonnen hat, in das Thema einzutauchen, sehr viel Recherchearbeit leisten. Man muss über die Symbolsprache und deren kulturelle Sensibilität Bescheid wissen und sich im Dschungel der Logovielfalt gut bewegen können. Dadurch ist es viel einfacher, peinliche Missverständnisse zu vermeiden oder aus Versehen ein Copyright zu verletzen.


Die zweite Aufgabe: Wahrnehmbarkeit

Die zweite Aufgabe eines Logos ist es, die Marke in das Gedächtnis des Betrachters zu brennen. Dazu ist es wichtig, zu verstehen, wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet und speichert. Unser Gehirn ist immer auf der Suche nach Mustern, die wir unbewusst speichern und ständig mit dem vergleichen, was wir Tag für Tag sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken. Das beste Beispiel für alltägliche Muster sind Gesichter. Unsere Gehirne sind so gut darin, Gesichter zu erkennen, dass wir sogar dort welche sehen, wo gar keine sind. In Wolken, auf der Rinde eines Baumes, ja sogar zwei Punkte und eine Linie sind für uns schon ein Gesicht. Wenn wir kein Muster erkennen, wo unserer Erfahrung nach eines erkennbar sein sollte, fühlen wir negative Gefühle wie Angst, Unsicherheit und Frustration. Ein gutes Logo nutzt ganz genau diesen Algorithmus unserer Gehirne, um sich an unsere Neuronen zu heften und plötzlich zu erscheinen, wenn man dessen Muster wo anders sieht. Deshalb ist es sinnvoll, das Logo in einem Raster zu gestalten, der möglichst einfach wahrnehmbar ist und dessen Konnotation den gewünschten Effekt erzielt.


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Viel offensichtlicher, aber genau so wichtig für die Wahrnehmung eines Logos, ist dessen Form und Farbe. Besonders wichtige Formen sind das Dreieck, das Quadrat und der Kreis, welche oft auch als so genannte Urformen beschrieben werden. Das Dreieck ist aggressiv und instabil, das Quadrat ist stabil und sicher, der Kreis ist beruhigend und spirituell. Genauso wie eine Form eine Emotion im Betrachter auslösen kann, so kann es auch eine Farbe. Gelb wirkt ähnlich wie das Dreieck und wird oft Hitze und Energie in Verbindung gebracht, ein erdiges Rot passt am besten zu dem Quadrat und signalisiert auch Blut und Ursprung, Blau wie Reinheit und Luft passt am besten zu dem Kreis.

Die psychologische Wirkung von Formen und Farben geht natürlich weit über das in diesem Beitrag Beschriebene hinaus. Bei Interesse empfehle ich, sich mit der Gestalttheorie auseinanderzusetzen.


Die dritte Aufgabe: Reproduzierbarkeit

Um die Verbreitung einer Marke zu garantieren, ist die dritte Aufgabe des Logos seine einfache Reproduzierbarkeit. Wenn man um halb vier Uhr am Morgen an der Bar das Logo dem bestem Freund oder der besten Freundin auf eine Serviette skizzieren kann, dann ist es normalerweise reproduzierbar genug. Im Normalfall muss ein Logo genauso gut in nur einer Farbe, klein und erkennbar auf einem Bleistift darstellbar sein, wie groß in CMYK auf einem Plakat.


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Natürlich gibt es noch viel mehr Wege, ein Logo zu optimieren, aber wenn ein Logo unmissverständlich, gut wahrnehmbar und einfach darstellbar ist, dann kann nicht mehr viel schief gehen.

Viel Spaß und viel Freude beim Designen!