Wir sprechen „Jugend“

Jugendkommunikation für AnfängerInnen
nadja.spiegel
12.09.17 | Nadja Spiegel

Die Jugend: Ein Mysterium und ein Kosmos für sich, der Fragen über Fragen aufwirft. Wie kommunziert die „Jugend“ miteinander? Wie möchte sie angesprochen werden? Was ist die „Jugend“ überhaupt?

Die Ernüchterung vorweg: Wenn wir eines durch jahrelange Erfahrung und großartige Workshops bei der tfactory gelernt haben, dann, dass es DIE Jugend nicht gibt und somit auch nicht das EINE Angebot oder die EINE Art der Kommunikation. Denn das, was wir als „die Jugend“ bezeichnet, ist eigentlich ein Sammelsurium an verschiedenen Subgruppen, die ganz individuell angesprochen werden wollen, ganz verschieden ticken und ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben.

Der Lichtblick am Horizont: Natürlich gibt es dennoch so etwas wie Tendenzen und Richtlinien und To-Dos in der Welt der Jugendkommunikation. Und genau diese wollen wir heute mit euch teilen.



Alle Macht den Bildern

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Auf die Ästhetik kommt es an – vorrangig und oftmals sogar alleinig. Die Form ist wichtiger als der Inhalt. Die Optik bestimmt die Wahrnehmung, Bilder drängen Argumente in den Hinter- und Emotionen in den Vordergrund.



Jugend ist Erlebnis. Hier und Jetzt.

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Wer jung ist, will etwas erleben. Im Hier und Jetzt und auf keinen Fall übermorgen. Egal ob Personen oder Inhalte – was und wer Abenteuer erzählt und aus dem Alltag herausragt, beeindruckt und erhält den Vorzug. Nicht fehlen darf dabei übrigens die notwendige Portion Fantasie. Sich in andere Lebens- und Alltagswelten hineinversetzen, ist aufregend und spannend. Kopfkino großgeschrieben!



Das Ich ist das Zentrum

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Oder auch: Die Generation Ego. Das Selfie ist zum Symbol des Narzissmus der Jugend geworden – egal ob via Instagram, Tinder, Snapchat oder Facebook. Die Jugend will sich ständig neu vergessen und erfinden und entdecken. Das heißt? An das Ego, das „Du“ appellieren.


Kurz und knackig

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Jugendliche wollen Klartext reden. Und das kurz und pointiert. Will heißen: Hauptsatz an Hauptsatz, neugebildete Wörter, Abkürzungen und stilistische Übertreibungen.



Eine Prise Ironie bitte!

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Die Waffe schlechthin: Ironie! Über jede Botschaft, ob Text oder Bild, gehört ein Augenzwinkern gestreut. Ironie ist Spaß ist Erlebnis – ist alles, was Erwachsensein nicht verspricht. No Go: mahnende Zeigefingern, Normen und Regeln.