Zwischen Multiplikator-Effekten und Zerreißproben

christoph.zenk
07.09.16 | Christoph Zenk

Ich bin von jeher der Ansicht, dass kreative Ideen für ein Start-Up Geschenke sind. Und Geschenke packt man nun mal aus und spielt mit ihnen. Es kann aber mitunter auch zu Herausforderungen kommen, die man im ersten Schritt vielleicht nicht als solche erkennt.

Es war 2010. Ich war eigentlich mit meiner Agentur bereits gut ausgelastet, als sich die erste Idee im Zuge eines Urlaubs ergab. Die Idee war großartig, die Planung schnell gemacht und der Satz „Die Sache ziehen wir neben der Arbeit schnell in 6-12 Monaten nebenbei auf“ hallt immer noch in meinen Ohren nach.

Der Multiplikator-Effekt:

Das Start-Up kann sich auf die technische Umsetzung konzentrieren, während die Agentur Leistungen abseits der reinen Technik liefert. Von daher schon einmal ein guter Ansatz, der auch beiden Seiten etwas hilft. Was den zeitlichen Horizont betrifft: Den lassen wir lieber einmal außen vor. Auch die motivierteste Zeitplanung kann nun mal nicht den Raum krümmen.

Es wurde 2012.

Viel gelernt – aber noch nicht genug. Ein zweites kreatives Geschenk in Form der Chance auf ein weiteres Start-Up eröffnete sich. Aus 6-12 Monate für Start-Up Nummer eins waren bereits 24 geworden, aber der Mitarbeiter*innen Aufbau und die Finanzierung standen. Das Going-Market stand vor der Tür. Warum also nicht parallel das bereits umgesetzte Win-Win Modell leicht adaptiert noch einmal wiederholen?

Wir schreiben das Jahr 2016.

Die Agentur läuft nach wie vor sehr gut und entgegen jeder Planung aus 2010 und 2012 sind beide Start-Ups genau parallel dieses Jahr live gegangen.

Auch wenn sich schon jeder, der eine Agentur leitet, oder gerade ein Start-Up aufbaut, an den Kopf gegriffen und meinen geistigen Zustand angezweifelt hat, sei folgendes gesagt: Alle drei Unternehmen entwickeln sich mit unglaublichen Prognosen.

Warum funktioniert der Stunt überhaupt?

Zum einen: Ja – den Mutliplikator-Effekt gibt es. Ich sehe tagtäglich, dass es Sinn macht, Start-Ups in ihrem Core-Business zu entwickeln und davon zu profitieren, dass die Agentur nah genug ist, um den Ansprüchen der Start-Ups gerecht zu werden, wenn es um Vermarktung, PR oder grafische Gestaltung geht, aber gleichzeitig genug Distanz wahrt, um einen Blick von außen zu vermitteln. Die Zusammenführung von allen Firmen in einen Firmensitz war dabei ein maßgeblich Punkt. Aber so sehr ich an mich glaube, der Grund für das Funktionieren ist dann doch ein anderer: Nämlich die Mitarbeiter und Partner, ohne die eine Geschichte wie diese nicht gut ausgehen hätte können.

Daher gleich ein paar Tipps an jedeN, der sich auch einer Zerreißprobe wie dieser stellen möchte:

  • Excel zeigt dir was du sehen willst. Such dir einen Feedback Partner
  • Mitarbeiter, Mitarbeiter, Mitarbeiter – ich glaube der Tipp ist ein No-Brainer
  • Wichtigster Tipp: Tu es nicht. Man kann vieles machen, aber aus 24 Stunden 72 herausquetschen, ist eine Challenge, der man sich nicht stellen sollte

PS: Da ich bei manchen Dingen beratungsresistent bin, muss ich gestehen dass ich es wieder machen würde. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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